Evaluationsergebnisse

IPSY wurde sorgfältig anhand von insgesamt über 2.000 Schülern in Thüringen und zusätzlicher Stichproben in Italien und Österreich evaluiert (vgl. Publikationen). Die Längsschnittstudien im Rahmen dieses über 10-jährigen Forschungsprogramms belegen, dass das Programm IPSY im Schulsetting in Klassenstufe 5 bis 7 sehr gut durchführbar, akzeptiert und breit anwendbar ist. Positive Effekte ließen sich nicht nur für inter- und intrapersonale Kompetenzen, Wissen und Schulbindung empirisch bestätigen, sondern auch für Konsummotive sowie den Konsum von Alkohol und Zigaretten im frühen und mittleren Jugendalter. Dies trifft sowohl für Jungen und Mädchen, als auch Schüler in unterschiedlichen Schulzweigen zu. Seine suchpräventive Wirkung entfaltet IPSY dabei durch die Förderung einer engeren Bindung an die Schule und die Vermittlung von Kompetenzen, die Jugendlichen im Peerkontext helfen, Gruppendruck zu widerstehen. Da auch positive Rückkopplungen auf Lehrer parallel zur Durchführung des Programms (Zuwachs an Kompetenzen und Selbstwirksamkeit) zu beobachten waren, kann IPSY als sinnvolle Strategie gesehen werden, den Schulkontext anzureichern und Jugendlichen ein gesundheitsförderndes Umfeld zu bieten. Aktuelle Studienbefunde deuten darauf hin, dass suchtpräventive und entwicklungsfördernde Effekte auch noch 10 Jahre nach Beginn des Programms zu beobachten sind, d.h., IPSY kann auch einen erfolgreichen Übergang ins Erwachsenenalter unterstützen.

Zusätzlich zum Lebenskompetenzenprogramm IPSY sollten jedoch noch weitere Angebote für Familien oder in der Kommune wahrgenommen werden, um auf verschiedenen Ebenen langfristig wirksam gegen den frühen und hohen Konsum von legal verfügbaren psychoaktiven Substanzen anzugehen. Insbesondere für besonders belastete und früh auffällige Jugendliche sind zusätzliche Maßnahmen neben IPSY notwendig, um wirksame Suchtprävention zu betreiben.